Merz, Döpfner und die Brandmauer

Das ist so krass: Im neuen Podcast „Wenn Sie wüssten“ (Warum sich Friedrich Merz ungerecht behandelt fühlt - Wenn Sie wüssten... oder Spotify) wird von Recherchen berichtet, die folgendes Bild nahelegen: Döpfner, Chef von Springer, habe in einem 4-Augengespräch mit Merz diesen gedrängt, die Brandmauer aufzugeben. Dieser habe sich sehr klar dagegen positioniert: „..nicht ein zweites 33..“, „nur über meine Leiche“ und das Gespräch beendet. Döpfner soll im Hinausgehen gesagt haben :„Das werden Sie noch bereuen“.

Das ist ein ungeheurer Vorgang, selbst für die Springerpresse. (Ich vermute, Döpfner war in seiner Eigenschaft als Springer-Chef da.)
Springer ist gefährlich wie nie.

Merz macht eine Politik, die ich in vielen Bereichen falsch finde, die in diesen Bereichen gegen meine Interessen geht und mir erhebliche Nachteile bringt. Aber hier hat er Recht und Mut und verdient Anerkennung und Unterstützung.

EDIT 4.7.26:
Es gibt eine Klarstellung, die den Ablauf und die Drohung betrifft: https://www.rnd.de/politik/klarstellung-zum-podcast-wenn-sie-wuessten-6DP5PRUY2NEAXBTDADA7RQNLLI.html

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Genau das meinte ich

Döpfner ist zwar nicht das beste Beispiel, weil sein Macht nicht auf KI beruht, sondern auf seinem Einschleimen bei Friede Springer, aber er ist mit Thiel verbandelt, hat Elon Musk Platz für einen Gastbeitrag gegeben, hält also enge Verbindungen zur US-Tech-Elite. Und deren Macht droht durch KI - wenn es schlimm läuft - vervielfacht zu werden.

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An welcher Stelle des Podcasts wird das gesagt? Der Podcast ist 34 min lang, und ich habe keine Zeit, das alles anzuhören.

Aus dem Gedächtnis: die ersten 5 min sind allgemein über den neuen Podcast, die nächsten 10 min handeln von dem Gespräch Merz/Döpfner, nochmal 5 min über die Einordnung, hinten Thema Bärbel Baas. Also schätzungsweise nach 7-14 min.

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Bei Minute 10 beginnt es, bei Minute 13 wird gesagt, dass die Information auf Sekundärquellen und Indizien beruht.
Wäre es dann jetzt nicht an der Zeit, dass Merz das selbst bestätigt?

Die Aussage „das werden Sie noch bereuen“ soll eine Antwort auf die Aussage von Merz „hiermit ist unser Gespräch beendet“ gewesen sein, nicht auf die Weigerung, mit der AFD zusammen zu arbeiten aufzugeben (Minute 14).

Das ist doch das selbe.

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Nein, das ist ein Unterschied.

Mich würde mal interessieren, wie Herr Merz sich selbst dazu äußert.

Es muss jeden aufrechten Rechten schmerzen, dass trotz einer gefühlten rechten Mehrheit in der BRD wegen der Brandmauer keine entprechende parlamentarische, handlungsfähige Gruppierung entstehen kann und keine rechten Inhalt politisch umgesetzt werden können.

Dass intensiv darüber nachgedacht wird, wie die Rechten aus dieser Einmauerung ausbrechen können, sollte niemanden wundern.

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Sie tun weit mehr als denken. Sie sind gut vernetzt, haben massig Geld, und wenn die Bild-Zeitung noch deutlicher für die (Themen der) AFD und gegen Merz (Wüst) kloppt, können die noch mehr Rechtsruck erreichen.
Das ist seit Jahren eine ziemlich erfolgreiche Kampagne, die die Themen und die Positionen in Deutschland geprägt hat, und andere Journalisten haben mitgemacht bzw mussten (?) reagieren.
Wie haben wir hier über Gründe für das Erstarken der AFD diskutiert: Die Macht der Springerpresse ist ein wesentlicher Grund.

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Ähnlich wie in USA Fox News und Trump. In Italien das Berlusconi Imperium ? In Frankreich?

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das finde ich erstmal eine lobenswerte und zunehmend seltenere Differenzierung.

xxxxxxxxxx

Das erstaunt mich eigentlich nicht so sehr.
Glaubst Du nicht, dass auch andere dem Kanzler drohen, wenn sie unter 4 Augen mit ihm sind?
Bauernfunktionäre, Gewerkschaftsführer, Konzernchefs, andere Staatschefs (Trump!).
Die machen das zT sogar öffentlich, wenn ich mich bei den Bauern richtig erinnere (von Trump ganz zu schweigen).
Aber gut, bei den Bauern ging es nur um die Dieselsteuer, nicht um eine AfD-Regierung.

Jedenfalls denke ich, ein Kanzler muss viel Druck aushalten, das gehört zum Beruf.
Umso besser ist es, wenn Merz tatsächlich eine harte AfD-Position hat (was man dem Podcast entnehmen kann). Seine Dämonisierung als Quasi-Nazi und heimlicher AfD-Freund habe ich schon immer für unbegründet gehalten.

Und der Vorgang zeigt auch etwas anderes, worauf ich mantra-artig zurückkomme:

Wenn Merz bereit ist, sich gegen die AfD mit BILD anzulegen, dann ist er an dem Punkt unser Verbündeter und sollte nicht beschimpft, sondern unterstützt werden, wenn es um die AfD geht.
Ob er unser Traumkandidat ist, sei dahingestellt.
Aber besser als Spahn oder Söder ist er diesbezüglich allemal.
Wenn wir es nicht schaffen, bei Bedarf mit Leuten wie ihm zu kooperieren, werden wir es m.E. bereuen.
Wer hält BILD auf, wenn nicht der Kanzler/ die Regierung?

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Dazu müsste er sich erst mal gegenüber allen, deren Unterstützung er wünscht, äußern, und das ganze Geraune mit der Drohung von Döpfner bestätigen,

nein. wenn wir nicht selber entscheiden können, wen wir unterstützen, haben wir in der Politik nix verloren. Ich brauche dazu keine Einladung von irgendwem.
Die Mathematik (Wahlergebnisse) wird die Frage einer Zusammenarbeit mit der Union stellen.

das Geraune hat Merz nicht verursacht, sondern die Journalisten.
Ich sehe ihn nicht in der Pflicht, das zu bestätigen.
Ich würde es an seiner Stelle eher nicht tun, da Vier-Augen-Gespräche ihrer Natur nach vertraulich sind. Es wäre nicht klug, wenn der Kanzler daraus berichtet, wenn es ihm in den Kram passt, sonst finden solche Gespräche nicht mehr statt.

Natürlich entscheid ich selbst, wen ich unterstütze.

Jemanden, der seine Mitarbeiter gezielt Gerüchte verbreiten lässt, ohne sich selbst dazu zu äußern, auf jeden Fall nicht.

…und dieser Verdacht liegt aus meiner Sicht hier vor (bei Merz), solange er sich nicht dazu äußert.

ja, wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt.
Notfalls erfinden wir einfach irgendwelche Geschichten, bevor wir was dazulernen und womöglich unser Weltbild ändern müssen.
Du verlangst doch immer Quellen, oder?! Wo sind die?

Ja, in diesem Fall gibt es als Quellen für Döpfners Drohung bezüglich der Brandmauer bisher nur Mitarbeiter von Merz, die nicht genannt werden möchten und es Journalisten erzählt haben sollen, die einen Podcast machen, der unter der Hand weiter gereicht wird. Das reicht mir als Quelle nicht.

Dann frage ich mich, woher seine Mitarbeiter davon wissen.

war da von Mitarbeitern die Rede??
wo?

Minute 12.57-14.10:
„Da es ein 4-Augen-Gespräch war und wir naturgemäß nicht mit am Tisch saßen, haben wir mit weiteren Personen gesprochen, die anschließend von diesem Treffen erfuhren und können so den Gesprächsverlauf rekonstruieren. Um es noch einmal deutlich zu machen: Was wir wissen und was wir berichten beruht also auf Sekundärquellen und auf Indizien. Demnach hat Matthias Döpfner den Kanzler aufgesucht, um ihn erneut von seiner klaren Brandmauer abzubringen…Nach dem, was ich weiß, hat Friedrich Merz, diesmal nicht im Wahlkampf, sondern im Kanzleramt, gesagt…“

eben. Kein Wort von Mitarbeitern des Kanzlers.
Kannst Du nicht lesen?
Du phantasierst Dir das einfach zusammen.

„weiteren Personen gesprochen, die anschließend von diesem Treffen erfuhren“
=> das können Bekannte oder Mitarbeiter von Döpfner gewesen sein.
Der hat uU größeres Interesse daran, dass das Gespräch bekannt wird, weil er eine Medienkampagne gegen Merz plant.

„Matthias Döpfner den Kanzler aufgesucht, um ihn erneut von seiner klaren Brandmauer abzubringen…“
=> Döpfners Motive können seine Mitarbeiter besser beurteilen als die des Kanzlers.
Spricht auch dafür, dass die Infos von Döpfners Leuten kommen.

Aber lass Dich durch Fakten nicht verwirren!!

Was stellst du dir denn vor, wer da im Kanzleramt war als Herr Döpfner aus der Tür kam?

Wenn Döpfner ein Interesse daran hätte, hätte er das Gespräch öffentlich geführt. Eine Medienkampagne kann er auch ohne 4-Augen-Gespräche führen.

Der Einzige, der ein Interesse daran hat, dass es öffentlich wird, aber nicht durch ihn selbst, ist Merz, damit Leute, die für sowas empfänglich sind, ihn unterstützen.

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