Mangel an ErzieherInnen, was kann man dagegen tun?

Alle Bundesländer legen einen Personalschlüssel fest ( wie viele Kinder pro Fachkraft ) der jedoch sehr unterschiedlich ist und per se auch noch nicht unbedingt an die Qualität gekoppelt ist - auch große Gruppen können (nicht in der Krippe) - z.B. in einem offenen Konzept - gut funktionieren.

Ein schlechter Personalschlüssel führt zu einer höheren Belastung der Fachkräfte => geringe Attraktivität und damit zu einer Unterbesetzung sowie zu einem oft hohen Krankenstand.

„Überschlüssel“-Personal wird aber nicht bezahlt ( vom Landkreis ) und wird daher i.d.R. nicht vorgehalten ==> Ausfall führt sofort zu einem noch größeren Mangel.

Praktisch müssen wir weg von einem „Den-Mangel-Verwalten“-System und dies erreicht man am Besten indem man
a) gut und viel qualifiziert
b) die Personalausstattung so zulässt, dass die Arbeitsbedingungen als gut angesehen werden um die Abwanderung zu minimieren

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ich ergänze mal um diesen Link bei Wikipedia. Dort findest du den Personalschlüssel der einzelnen Bundesländer in den Kitas:

In Baden Würtemberg kommt auf 6,5 Kinder zwischen 2-8 Jahren ein Mitarbeiter, in Mecklenburg Vorpommern dagegen ein Mitarbeiter auf 12,3 Kinder. Bei den Mitarbeitern handelt es sich sowohl um Erzieher, als auch um sozialpädagogische Assistenten (Kinderpfleger). Das sind aber Durchschnittswerte.
Z.B. In SH steht in der Liste z.B. 7,5 Kinder pro Fachkraft, tatsächlich sind 2 Fachkräfte für 20 Kinder im Gesetz vorgeschrieben. Bei bei Mischgruppen Krippe/Vorschulkinder, Naturkindergärten und Integrationsgruppen liegt der Schlüssel um 10-15 Kinder für zwei Mitarbeiter, daher liegt der Schlüssel bei Wikipedia rein rechnerisch niedriger. Man muss bedenken, dass sich die Fachkräfte gegenseitig bei Urlaub und Krankheit vertreten. Dann ist ein Erzieher für 20 Kinder zu wenig. Er kann dann nicht mehr mit den Kindern das Gelände des Kindergartens zu Ausflügen verlassen, weil über eine so große Gruppe allein keine Aufsicht möglich ist.

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In der Regel eine Gruppe.

Anscheinend sind die Ausbildungsgänge von Bundesland zu Bundesland verschieden. Hier die Info zur Ausbildung von der Arbeitsagentur BERUFENET - Bundesagentur für Arbeit

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In den letzten 30 Jahren hat es bei der Kinderbetreuung einen großen Wandel gegeben. Früher waren Kindergartenplätze meist halbtags und dienten vorwiegend der Vorbereitung auf die Schule ab dem 3. Lebensjahr. Die Mütter arbeiteten nur mit reduzierter Stundenzahl. Inzwischen arbeiten beide Elternteile sehr früh nach Geburt des Kindes wieder voll und die Kinder werden ganztags betreut. D.h. sie verbringen den Großteil ihres Lebens in der Kita. Dieser Umstand erfordert eine höhere Qualität der Betreuung. Jetzt müssen Erzieher mit den Kindern Kuchen backen, Schleife binden üben und andere Fertigkeiten des Alltags vermitteln, die die Kinder früher von den Eltern lernten. Gruppen zu vergrößern und die Qualität der Ausbildung zu verschlechtern ist also fatal für die Zukunft der Kinder.
Ergänzung: Viele Kindergärten schreiben Schuhe mit Klettverschluss vor, weil die Erzieher es nicht schaffen, mit den Kindern Schleifen zu binden und so kommt es inzwischen vor, dass selbst Jugendliche nicht mehr dazu in der Lage sind.

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Herrlich - Worthülsen schaffen auch unsere Politiker und - in Teilen - Gewerkschafter zu generieren die dann aber alle/z.T./… wegen Nicht-Finanzierbarkeit oder höherstehender Ziele ( Beitragsfreiheit/Überarbeitung oder Krankheit oder Legislaturende oder … ) gerade nicht umsetzbar sind …

Satire ? Die Politik kann nahezu ALLES ändern - Nur als Bsp : Eltern müssen nicht sofort beitragsfrei gestellt werden und die Mittel daraus und des GuteKita-Projektes etc. hätten in eine Verbesserung des Schlüssels sowie die Ausbildungsinitiative gesteckt werden können … Alles eine Frage der Priorisierung - aber für SPD-Politiker ist die Beitragsfreiheit natürlich besser zu verkaufen …

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Ja - ist im Westen z.T. wesentlich besser und da ist auch der Mangel durch die neu geschaffenen Anrechte und demzufolge gestiegenen Kita-Kinder-Zahlen begründet.

Praktisch werden dadurch in Tübingen Kita-Öffnungszeiten verkürzt, weil sie in Personal-Schlüsseln von Brandenburg nicht arbeiten können/wollen …

Will sagen - der Westen kommt mit dem Stellenaufbau nicht hinter dem Anstieg der Kinder in den Kitas her und dem Osten laufen die Erzieherinnen z.T. davon, weil sie aus dem Dauerkrisenmodus raus wollen. Die Verhältnisse in RP finden sie dann luxuriös …

Insgesamt … gibt es eben einen Fachkräftemangel … den man vor vielen Jahren hätte angehen müssen … wie überall …

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Cool :sunglasses:

Aber wenn man ‚Erzieher‘ durch ‚Tischler‘ ersetzt, funktioniert die Antwort ebenso :wink:

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Das ist das Problem: als Erzieher kann man keine Karriere machen. Bestenfalls als stellvertretende Kindergartenleitung , was aber nur mit mehr Arbeit, aber nicht mit mehr Gehalt verbunden ist.

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Auch die wenigsten Ingenieure machen eine Karriere im klassischen Sinne, sondern arbeiten sehr glücklich lange auf ihrer Hierarchiestufe - mit steigender Erfahrung und um so geschätzter und auch besser bezahlter.

Selbiges gilt meiner Erfahrung nach auch für ErzieherInnen … wenn sie nicht irgendwann frustriert vom Arbeiten in der Mangelwirtschaft das Handtuch schmeißen.

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Dann müssen die Lebensaltersstufen besser bewertet werden.

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Nein, das Gehalt ist kein BGE.

Ich denke die Grünen stehen für Equal Pay egal ob auf Gender oder Alter bezogen.
Wenn jemand mit mehr Erfahrung weniger Fehler macht, sollte sich das in der Leistungszulage niederschlagen.
Man muss nur den jungen Leute erklären das Sie ganz schnell beim Endgehalt landen.

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