ja, möglich.
aber würde diese partei auch genug andere stimmen erhalten, so dass sie mehrheitsfähig ist?
unsere erstarrung rührt daher, dass alle meinen, sie könnten bei einer grundlegenden veränderung mehr verlieren als gewinnen.
die besitzstandswahrer sind die mehrheit.
ich begreif das auch nicht.
wir müssen den rechten unsinn wahrscheinlich nehmen wie zahnbelag. man putzt ständig, aber er kommt immer wieder. es ist eine dauerhafte bekämpfung der dummheit und der vorurteile nötig.
Sieh dir die Menschen an, die die Wahlplakate runterreißen mit den Worten: hier lebt die AfD… das sind nicht bestimmt die hellsten Kerzen auf der Torte.
Die brauchen einfache Lösungen…
Wenn du denen sagst, du musst beim Jobcenter nicht mehr dutzende Seiten von Papier ausfüllen und kannst das mit ner App machen… du brauchst auch keine Nachweise bringen, weil das Finanzamt dein Einkommen eh erfasst hat… damit bekommst du sie ins Gespräch.
Wenn man dann noch eine Lösung für unregulierte Migration finden würde… dann hast du diese Leute in der Tasche.
Die AfD wird nicht als Alternative gewählt, sondern als und aus Protest gegen die Bestands bewahrenden Parteien…
Ging uns damals bei den Piraten ähnlich. Wir hatten eigentlich kein wirklich fähiges Konzept und bekamen besonders in Berlin sehr viele Stimmen.
Wenn ich mit Digitalisierung und negativer Einkommenssteuer auch die Mittelständler erreiche, die durch eine automatisierte App 80% der Statistik-Aufgaben erledigt und die Steuererklärung auf den berühmten Bierdeckel passt… gäbe es auch da große Stimmenanteile aus CDU und FDP.
Mit ein Grund für den AfD Erfolg ist auch die Neid- und Verteilungsdebatte…
Wir hatten bei der Piratenpartei mal ausgerechnet, wenn man eine 25% Steuer einführen würde, wäre das finanzierbar.
Jedes Unternehmen, jeder Millionär, aber auch jeder kleine Angestellte und Beamte müsste 25% seines Arbeitseinkommens abdrücken…
Hört sich im ersten Moment utopisch an, rechnet man dagegen dann die Umsätze großer Konzerne wie Amazon, Google, Mercedes und anderer dazu, sieht das anders aus. Ich kenne mittlere Verdiener, die im Jahr 12.000 € und mehr im Jahr Steuern zahlen und ich kenne Millionäre, die sich durchs arm rechnen nur mit 10.000 € Steuern an der Allgemeinheit beteiligen.
Ausgaben minimieren durch Bürokratie-Abbau und Verbesserung der Bearbeitungsgeschwindigkeit, Ausgeglichenheit an den Abgaben und eine bessere Migrationspolitik… da wäre die AfD nur eine Randnotiz der deutschen Geschichte.
Aber anstatt uns der Abgabengerechtigkeit zu beschäftigen, investieren wir Unmengen an Ressourcen, um die Gender Sprache einzuführen.
das EEG wurde gerade geändert. ein mandant hatte eine frage. ob er sein projekt nach dem neuen Gesetz weiterführen kann.
ich habe 3,5 Stunden geprüft und konnte ihm nur mit etlichen vorbehalten und einschränkungen mitteilen, dass es wohl gehen müsste.
es kann aber sein, dass die BNetzA noch regelungen erlässt, oder der freistaat bayern eine rechtsverordnung, oder das bayerische umweltministerium richtlinien zum thema, und das bmwk hat auch richtlinien angekündigt….
wir regeln uns zu Tode.
ich lebe ja zT davon, aber wenn ich mir vorstelle, dass ich auf der basis investitionsentscheidungen über zig millionen treffen müsste. gruselig.
das kann ein normaler mensch nicht mehr begreifen
ja, so ist es. Es wird mit viel Mühe und in guter Absicht an vielen kleinen Rädchen gedreht, aber dadurch wird es tendenziell eher noch komplizierter.
Niemand hat den Mut zu groben, aber verständlichen Regeln, die auch Schlupflöcher und Ungerechtigkeiten zulassen, die aber vom regeltreuen Bürger verstanden und umgesetzt werden können.
Wir ersticken im Streben nach Differenierung und Einzelfallgerechtigkeit.
das Schöne ist:
Entweder die AfD behält die offen rechtsextreme Linie bei (und lässt Krah und Höcke weiter ihren Scheiß unters Volk bringen), dann sind sie bei den anderen Rechts-Parteien in Europa unten durch und wohl auch einen Teil der halbwegs gemäßigten Wähler.
Oder sie machen es wie LePen und Meloni und verkneifen sich die extremen statements, um (vermeintlich) regierungsfähig zu werden. Dann verlieren sie den ideologisch harten (=blödesten) Teil ihrer Wähler.
Ich hoffe, Höcke ist stark genug, um die 2. Variante zu verhindern und so die AfD dauerhaft in der Nazi-Ecke zu halten. Die LePen-/Meloni-Strategie ist die gefährlichere.
Hier offenbart sich ein ideologie-immanentes Problem der Rechten: Wenn sie den jeweiligen Nationalismus so stark betonen, erschweren sie eine supranationale Zusammenarbeit und sind damit strukturell wenig kooperationsfähig.
Naja, ist das wirklich ein „ideolgisches“ Problem?
Ich glaube eher, das das ein archaisches Problem ist - selbst die Nicht-Nationalisten unter uns tun sich offenkundig schwer damit, über die Möglichkeit einer Internationalen unvoreingenommen zu reflektieren - einfach, weil die Sozialbetachtung an der schieren Größe des Systems und/oder an der fehlenden Sozialbindung scheitert.
Beides sind Folgen davon, dass unsere innere Konzeption (Steinzeithirn) das nicht hergeben.
Die Rechten sind da einfach nur am konsequentesten, und bieten - gefühlt - die „einfachste“ Lösung an, die deswegen eingängig ist, weil sie genau die archaischen Denkmuster 1:1 entspricht.
Konzeptionell orientiert es sich am kleinsten, gerade noch überschaubaren Konstrukt - der Kleinguppe.
Aus dieser Perspektive ist sgar ehe die Frage, ob Konstrukte wie „Europa“ oder Nato" nicht eher „ideologisch“ sind, da sie auf einem intellektuellen Konstrukt beruhen, dass im innerern keine direkte Entsprechung hat - und daher - insbesondere bei Krisen - schnell wieder in sich zusammen fallen.
Der Rückfall äußert sich dann in Dingen wie "wir müssen uns erst einmal um uns selber kümmern - was im Prizip eine Rückbesinnnung auf den alten „Nationalismus“ bedeutet.
Bei „echtem“ (ral existierendem) Globalismus wäre jedem sofort klar, dass über die Vernetzung eine Abgrenzung für beide Seiten (die es gar nicht mehr gibt) allein deswegen schon zur Veschlechterung „beider Seiten“ führen muss, weil das Gesamtsystem mehr ist als die Summe der Teile.
Aber wir sind nun mal keine Ameisen - daher wird es den Nationalismus als „natürliche“ Sicht auf die Dinge leider immer geben…
Und je größer die Krise, desto größer ist das Rückfallpotential und die Übersteigerung des Nationalismus in Richtung Rassismus.
Können wir uns darauf einigen, dass die Rechten einer archaischen Ideologie anhängen?
Das sehe ich überhaupt nicht. Gerade die Jugend ist sehr international orientiert und hat überhaupt keine Schwierigkeiten europäisch zu denken. Siehe Erasmus-Programm, die European University in Maastricht. Nur zwei Beispiel von vielen.
Und viele Politiker sind überzeugte Europäer. Dass immer mal wieder nationale Egoismen durchschlagen, liegt wohl eher an der Sorge um die nächsten nationalen Wahlen.
Diese These halte ich für wissenschaftlich nicht haltbar. Der ganz große evolutionäre Vorteil des Homo Sapiens liegt nicht nur an unserem großen Neo-Cortex, sondern auch an der verbesserten Fähigkeit zur Kooperation untereinander. Und die ist sicher nicht national begrenzt. Diese Fähigkeit liegt übrigens nicht im Stammhirn, da geht es eher um die Steuerung der Körperfunktionen, sondern im limbischen System (auch sehr alt), dem Sitz der Gefühle und Affekte.
Was denn nun?
Kein Problem, weil die Jüngeren Semester, die auch schon - oder bald - wählen - dann braucht es diese nationalistischen Zuckungen für die nächste nationale Wahl nicht - oder doch immer noch ein überwiegendes national fixiertes Wahlvolk - dann ist es mit der Jugend oder den Erstwählern und deren europäischer Ausrichtung wohl eher nicht so weit her…!!!
Verbesserte Kooperation?
Die dazu gehörige Empathie reicht nicht dafür aus, das Welthungerproblem nachhaltig zu beenden, oder Krisenregionen sozialverträglich zu befrieden…
Und selbst bei so offenkundigem Unrecht wie in der Ukraine schaffen wir es in der Kooperation nicht, die Ukrainer als Teil unserer Großfamilie so zu verteidigen, wie wir es bei unseren eigenen Kindern machen würden…
Offenkundig haben diese uralten Mechanismen immer noch hinreichend Wirkung, um effiziente Lösungen zu verhindern, weil das Abstraktionsvermögen jenseits der archaischen Schranken uns offenkundig mehrheitlich überfordern (wobei ich mich selbst explizit wieder mal nicht ausschließe!).
Es kann also mit der Kooperation jenseits der überschaubaren Kleingruppe und verwandschaftlicher Beziehungen in Krisenfällen europäisch oder gar weltpolitisch nicht so gut bestellt sein.
Woher der Optimismus - und hättest Du den auch noch als Palästinenser oder Ukrainer?
Was ich meine: selbst wenn ein Politiker global denkt, muss er lokal wiedergewählt werden. Und das passiert nicht, wenn der Wähler, aufgestachelt von AfD und ähnlichen, das Gefühl hat, seine Region werde irgendwie benachteiligt. Also versucht jeder Politiker kleine oder große Vorteile für seine Region heraus zu holen.