Wenn’s nicht so schwer war, das zu verstehen, was war denn dann so schwer daran, es so klar auszudrücken, dass es nicht missverstanden und von der AfD instrumentalisiert werden konnte, verehrte Frau Klöckner?
kannst Du nicht mal irgendwas sagen, ohne in diese aggressive Anklägerpose zu verfallen?
Zumal Klöckner Dich nicht hören kann ![]()
Die AfD hat es gar nicht instrumentalisiert, ich habe jedenfalls davon nichts mitbekommen (aber ich weiß nicht, was Baumann alles dazu gesagt hat).
Im Übrigen hätte sie alles instrumentalisieren können, egal, wie es formuliert worden wäre.
Instrumentalisiert wurden Merz´ Äußerungen vorwiegend von manchen Grünen und (mehr noch) Linken.
Klöckner ist keine gute Politikerin, als Weinkönigin war sie vermutlich besser.
Aber in dem Punkt hat sie einfach recht.
Kannst Du das nicht einfach anerkennen?
Warum sollte @wolffgil dies tun, Du bestehst ja auch fortwährend auf Deine Meinung, andere haben Unrecht, und dies in Deinem allgemeinen Diskurs.
Kann man nicht einfach respektvoll die Meinungen anderer akzeptieren?
Man kann natürlich versuchen, mit respektvollen Gegenargumenten den anderen zu überzeugen, aber ein respektloser Umgang miteinander zerstört nur den allgemeinen Diskurs.
Google mal die beiden Begriffe
um mit deinen Worten zu antworten:
Mal wieder total aus dem Kontext, aber anscheinend habe ich gut von euch gelernt.
Du bist und bleibst das Opfer, die arme Sau. Komplett beeinflussbar und ohne Rückgrat.
Oder was soll uns dein Beitrag sagen?
Meinst du der “Kontext” macht deinen “respektvollen” Umgangston besser? ![]()
Oh, mal wieder Zickenkrieg angesagt.
Na ja, dann weiterhin viel Spaß.
Da kann Merz nur mit den Ohren schlackern, falls er das mal liest. ![]()
Vielleicht kann er hier ja noch was lernen. ![]()
@Binnen_un_Buten und @ErnstBGi :
Im Grunde ist es ähnlich wie bei den Hunden.
Es gibt sehr viele kleine, ungezogene und unsozialisierte Hunde, die ständig aggressiv, laut bellend und knurrend andere Hunde anmachen.
Irgendwann reißt da dem liebsten, besterzogensten und sozialisierten Hund der Geduldsfaden, er hat quasi die Schnauze voll, ist es leid ständig von kleinen frechen Wichteln angemacht zu werden und er zeigt dem kleinen Wicht endlich mal, wo es lang geht. ![]()
Dabei kommt es auch nicht immer zu sogenannten Beißattacken.
Ähnlich ist es vielleicht bei Menschen, die nur respektvoll behandelt werden wollen, sich dies auch allgemein in diesem Forum wünscht, und trotzdem ständig deshalb persönlichen Angriffen, Abwertungen und Sticheleien ausgesetzt werden.
Irgendwann haben diese vielleicht auch irgendwann die Schnauze voll und wehren sich.
Eigentlich ein ganz natürliches Verhalten.
Und hier wird ja inzwischen beispielhaft gezeigt, wie es funktioniert.
Ja, so läuft das bei Hunden.
24/7 reißt man sich den Arsch auf für die gute Sache. Im Grunde seines Herzens durch und durch beseelt von der Idee, das Licht der Erleuchtung in die Welt zu tragen.
Aber ach, die Pinscher.
Da ist es nur menschlich, natürlich und entschuldbar, wenn eine gewisse Wehrhaftigkeit sich Bahn bricht und alle Stricke reißen.
Zum Thema:
Die Fassadentheorie sagt ja genau das: Im Grunde ist der Mensch ein mühsam gezähmtes Tier. Die Fassade der Kultur ist dünn und reißt bei Streß und Anspannung.
Die wilde Wehrhaftigkeit tritt zu Tage.
Der Mensch ist schlecht und dem Menschen ein Wolf.
Ein weiterer Grund, Merz öffentlich als Demokraten zu loben. Wir haben nichts Besseres und die AfD 24 %
OK - für den Preis, dass Du Dich selbst (und uns alle anderen gleich mit) auf die Ebene von Hunden degradierst.
Warum gelingt es einigen, sich diesen (zugegeben existierenden) Sog der archaischen Strukturen zu entziehen - und anderen nicht?
Wie seriös ist das? Natürlich gibt es solche inneren Strukturen (der Homo sapiens ist eben ein Primat) - und natürlich sind Stress und Anspannung Indikatoren, die einen solchen „Rückfall“ wahrscheinlicher machen. Das ist dann aber trotzdem noch in der Verantwortung des Individuums, sofern man einen gewissen Grad an Selbstbestimmung immer noch unterstellt.
Es ist also keine „Ausrede“ für solches Verhalten.
Ich habe gerade den Klassiker „Psychologie der Massen“ von Gustave le Bon gelesen. Er hat interessante Antworten auf diese Frage.
Das Buch ist von 1911, und es ist ein bisschen rassistisch, wobei aber die „Rasse“ bei ihm als die verfestigten Überlieferungen der Ahnen definiert wird, nicht über die Hautfarbe o.ä.
Wenn man damit klar kommt, und auch mit seiner aus meiner Sicht viel zu wohlwollenden Betrachtung des Feudalismus, ist das Buch ein echter Augenöffner.
Grundsätzlich vertritt er die Theorie, dass in der Masse bestimmte rationale Überlegungen aussetzen, die beim Individuum stärker im Vordergrund stehen. Das passiert nach seinen Beobachtungen unabhängig von der Intelligenz der Individuen.
Da bin ich nicht weiter gekommen.
Aber er sagt: die Theorie ist nicht seriös.
Ich habe gerade eine sehr kluge Analyse von Samira El Ousassil in SPON gelesen: Ist es »unnormal«, den Kanzler zu kritisieren?
Es ging dabei um ein Interview mit Wolfram Weimar in Der Zeit, in dem er sagt, jeder normale Mensch hätte Merz verstanden. Genau diesen Normalitätsbegriff nimmt sie dann auseinander:
Die Selbstverständlichkeit, mit welcher die Idee »normaler Deutscher« für »normal« erachtet wird, ist natürlich alles andere als »normal«, aber sie funktioniert – und das weiß Wolfram Weimer sicher auch – als gängige Hundepfeifenaussage, welche die Eingeweihten ankumpelt und die damit Gemeinten ausgrenzt.
Sie unterscheidet dann zwischen dem rein deskriptiven Begriff (eine statistische Tatsache) und seiner normativen Funktion, andere auszugrenzen, die eben nicht normal sind.
Indem man innerhalb einer heterogenen, pluralistischen Gesellschaft nun behauptet, es gebe in ihr ein gutes »Normal« im Gegensatz zu einem schlechten »Unnormal«, beschwört man eine homogene Mehrheit herauf, die durch ihre schiere Mehrheitlichkeit richtiger sein soll als alles Abweichende, womit man – rein definitorisch – alle Minderheiten delegitimiert. Wenn man von »normalen Deutschen« spricht, die Merz recht geben, dann erzählt man auch von »unnormalen Deutschen«, die diejenigen sind, die den Kanzler kritisieren.
ich kann den Text nicht in SPON lesen, aber das, was Du zitierst, überzeugt mich nicht.
Das ist mir zu gekünstelt, zu überinterpretiert, zu theoretisierend.
Wenn jemand schon Begriffe wie
benutzt … entweder ich sage dog whistle oder ich suche mir einen passenden deutschen Begriff.
aber gut, sagen wir, das ist nur eine Stilfrage.
was hat Weimer geschrieben? normaler Mensch oder normaler Deutscher?
das ist in dem Zusammenhang ein Riesenunterschied.
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hat Weimer wirklich gesagt, dass das Unnormale schlecht und das Normale gut ist?
Würde mich wundern.
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„beschwören“?
die Mehrheit gibt es oder es gibt sie nicht.
hat Weimer gesagt, dass die Mehrheit per se richtig(er) ist?
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„deligitimiert“ ist ein schwammiger moderner Scheissbegriff. Was soll das bedeuten?
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vs.
auch hier wieder die (wohl nicht zufälligen) sprachlichen Abweichungen:
wenn Weimer gesagt hat, dass jeder normale Mensch den Kanzler verstanden hat,
dann ist das nicht dasselbe wie „wer ihn kritisiert ist unnormal und schlecht“.
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Mit dem Vorbehalt, dass ich nur Deine Zitate kenne:
Sie wechselt Weimers Begriffe aus, so dass das ganze eine andere, negative Bedeutung bekommt.
Diese geänderte Bedeutung verurteilt sie und macht sie dann Weimer zum Vorwurf.
Das ist genau derselbe politische Taschenspielertrick wie bei Merz´ Stadtbild:
man interpretiert was rein und ist dann empört über die (interpretierte) Aussage.
Kontrollüberlegung:
nehmen wir an Weimer wollte sagen, dass die große Mehrheit der Bevölkerung verstanden hat, was Merz gemeint hat.
Ist es unzulässig das so zu formulieren:
„jeder normale Mensch hat verstanden, was er gemeint hat“?
Umgangssprachlich ist das ein ziemlich banaler Satz und eine Formulierung, die vermutlich jeder schon mal verwendet hat.
Im Übrigen beurteilt man die Frage, was „normal“ ist, doch im Regelfall anhand des Verhaltens der Mehrheit. Insofern verstehe ich die Kritik am Mehrheitsargument auch nicht.
El Ousassil mag das mit ihrem persönlichem Hintergrund anders empfinden, unbenommen, aber muss Weimer wirklich daran denken, wenn er spricht?
Hier werden spezielle Befindlichkeiten und politische Sympathien/Antipathien ohne Not oder Berechtigung zu Grundsatzproblemen stilisiert und „rassistisch konnotiert“.
Kann man als Teil des politischen Wettbewerbs sehen und notfalls akzeptieren.
Aber nicht als Beitrag zu einer ergebnisoffenen, sachlichen Diskussion.
Das ist eher Propaganda oder Aktivismus.
PS: natürlich ist Weimer ein erzkonservativer oder sogar reaktionärer Sack, aber das bedeutet nicht, dass man ihm ohne Logik alles unterstellen kann. Merz dito.
Er hat gesagt:
Der normale Deutsche hat auf die einfache Frage, ob Merz mit dieser Kritik recht hatte, gesagt: Natürlich hat er recht. Der normale Bürger hat die Botschaft verstanden. Erst die politische Kritik von links hat daraus einen Kulturkampf gemacht.
Entschuldigung für die Ungenauigkeit.
Natürlich nicht explizit.
Ja, den Begriff mag ich auch nicht. Ersetze es durch unnormal, pervers, abartig (meine Interpretation). Wie früher die „unnormalen“ Schwulen. Ganz wichtig: Ich will nicht sagen, Weimer hetze gegen Schwule. Das tut er explizit nicht.
Da kommt es eben sehr auf den Kontext an, in dem ein Gegensatz zwischen normal und unnormal gemacht wird. Weimer will in der zitierten Passage eine Gegensatz zwischen den normalen Bürgern und den unnormalen, linken Kritikern der Merz’schen Aussage herstellen. Damit befeuert er gerade den Kulturkampf, den er bei den „Linken“ (zu Recht) kritisiert.
Man kann gegen Linke sein, ich bin es auch in vielen Fällen, aber ich würde sie nie als unnormal bezeichnen.
danke für den Spiegel-Text.
Ich habe auch das Original des Weimer-Interviews nochmal angesehen.
nein ich natürlich auch nicht.
Aber das hat Weimer auch nicht gesagt, „die Linken sind nicht normal“.
Das ist eine Interpretation, die sprachlogisch zulässig ist, die aber dem Redner und dem sprachlichen Alltagsgebrauch nicht gerecht wird.
Nochmal: jeder von uns hat vermutlich schon mal sowas gesagt wie „das hält doch kein normaler Mensch aus“, „das macht doch kein normaler Mensch“, „das glaubt doch kein normaler Mensch“, „das versteht doch kein normaler Mensch mehr“.
Und allen ist klar, dass damit nicht die Aussage gemacht werden soll, dass alle unnormal sind, die das anders sehen oder tun oder erleben, auch wenn man das bei wortwörtlicher Analyse so verstehen könnte. Gemeint ist „der Durchschnittsbürger“, „die große Mehrheit“, wenn man in dieser Weise vom „normalen Menschen“ redet. Das wissen wir alle.
Dieses Verständnis, diesen Vertrauensvorschuss, dass der andere diesen Satz im üblichen Sinne und nicht im denkbar schlimmsten Sinne gemeint hat, würde ich sowohl Merz als auch Weimer gewähren. Ich halte beide nicht für Faschisten, Rassisten oder ähnliches.
Zu dem Verständnis, dass Weimer hier die Linken als unnormal disqualifizieren wollte, kommt man nur, wenn man gezielt nach etwas sucht, das man ihm vorwerfen kann.
Ebenso bei Merz und dem Stadtbild.
Wenn man das so machen möchte, bitte.
Dann darf man aber nicht für sich in Anspruch nehmen, eine bessere Erkenntnis oder ein tieferes Verständnis zu besitzen. Man hat eine andere Meinung und lehnt den Mann ab, also kritisiert man ihn, wo immer man kann. Das ist dann halt die übliche platte Parteipolitik und Lagerbildung.
Wer immer noch meint, dass das ein Erfolgsrezept ist, hat m.E. nicht begriffen, in welcher Lage wir sind.
Ich weiß, dass ich jetzt nicht alle Punkte angesprochen habe, aber ich höre hier auf weil es sonst zu lang wird. Sowas muss man Auge in Auge bereden, vielleicht kommen wir mal dazu.
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Zu Weimer noch:
Er hat in dem Interview auch das hier gesagt:
" ZEIT: Warum muss die Aufregung um geschlechtergerechtes Sprechen und um Queerness eigentlich sein? Kann man Queerness – nicht nur aus Gründen der Toleranz, sondern auch gewissermaßen von Mensch zu Mensch – nicht einfach umarmen?
Weimer: Kann man, das sehe ich aus einer liberalen Haltung heraus genauso. Ich halte die geschlechtliche Emanzipationsbewegung des 20. Jahrhunderts für die erfolgreichste politische Freiheitsbewegung der Neuzeit. Wenn man sich vorstellt, dass es erst seit 100 Jahren das Frauenwahlrecht gibt, dann ist die Entwicklung natürlich spektakulär gut.
Und das ist meines Erachtens auch der größte Erfolg der linken Bewegung. Die Befreiung der Queerness ist da der letzte Schritt auf einem langen Weg der Emanzipation. Dass queere und homosexuelle Menschen ihre Freiheit leben und demonstrieren können, das ist eine rundum positive Entwicklung. Ich glaube, dass weite Teile des Bürgertums bis hinein in sehr konservative Kreise das auch völlig selbstverständlich akzeptieren und ehrliche Toleranz leben.
Da hat die Linke den Kulturkampf gewissermaßen gewonnen, aber bei der sprachlichen Überformung Teile der Gesellschaft verloren. Wenn die bürgerliche mit der linken und grünen Elite allein auf der Welt gewesen wäre, hätten die Linken und Grünen womöglich sogar den Gender-Sprech durchgesetzt. In der Bevölkerung ist die Ablehnung aber so gewaltig, dass die Union diesen Kulturkampf in der zweiten Runde gewonnen hat."
Wenn wir bei Weimer schon so genau hinhören und jedes Wort auf die Goldwaage legen, können und wollen wir dann diese sehr expliziten Aussagen auch ernst und wörtlich nehmen?!
Wer so redet, ist kein Faschist und kein Rassist, er ist noch nicht mal (nur) reaktionär, sondern zumindest zum Teil tatsächlich ein Liberaler.
Und deswegen gebe ich ihm soviel Vertrauensvorschuss, dass ich ihm das mit dem „normalen Menschen“ nicht übelnehme.
Was nicht heißt, dass es nicht andere Aussagen gibt, die ich ihm übelnehme.
Er schreibt regelmäßig bei n-tv, da lese ich sein Zeug immer.
Aber Weimer ist nicht der Feind, Merz ist nicht der Feind.
Sie sind politische Gegner, nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Strategisch gesehen werden wir solche Leute noch brauchen, glaubt´s mir.