Das heißt, wir unterstützen die industrielle Rinderhaltung in Argentinien, um Verbrennerautos dorthin los zu werden?
Das müssten die Grünen doch genial finden ![]()
Das heißt, wir unterstützen die industrielle Rinderhaltung in Argentinien, um Verbrennerautos dorthin los zu werden?
Das müssten die Grünen doch genial finden ![]()
Jetzt komm nicht wieder mit so einem Moral-Hammer.
Nein, wir unterstützen diese Haltung nicht, aber wir bevormunden die Argentiner auch nicht. (Wir sind doch keine Neo-Kolonialisten.) Wir erlauben lediglich die Einfuhr einer bestimmten, eng begrenzten Menge an Rindfleisch. Wie die Argentiner das produzieren, ist allein ihre Sache.
Da du offensichtlich nicht in der Lage oder Willens bist, dich selber zu informieren, hier eine kleine Hilfe:
Um die heimische Landwirtschaft zu schützen, hat die EU begrenzte Importe mit den südamerikanischen Handelspartnern vereinbart: Pro Jahr darf die EU dann nur 99.000 Tonnen Rindfleisch zu einem reduzierten Zollsatz importieren. Das ist rund die Hälfte der aktuellen Importmenge und entspricht weniger als zwei Prozent der Rindfleisch-Menge, die in der EU produziert wird.
Sieht so Unterstützung aus?
Das war gar kein Moralhammer.
Ich bin nur überrascht, dass wir ausgerechnet Rindfleisch aus Argentinien importieren und ausgerechnet Autos dorthin exportieren.
Aber wenn das so sein soll, dann ist das eben so.
was auch für sich spricht …
Die Grünenspitze ist begeistert ![]()
Mittendrin in diesem Nachrichtenstrom und gleichzeitig irritierend unbeeindruckt davon: die Grünen im Europaparlament. Die haben mehrheitlich dafür gestimmt, das Mercosur-Abkommen an den Europäischen Gerichtshof weiterzuleiten, damit es nach 25 Jahren Verhandlung noch einmal geprüft werden kann.
Ihre strukturelle Freihandelsskepsis ist ihnen näher als der deutsche Zugang zu internationalen Märkten
Dass die Parteispitze der deutschen Grünen in Berlin nun reichlich bedröppelt dasteht, ist kein Wunder. Das Abstimmungsverhalten ihrer Parteifreunde in Straßburg ist auf so vielen Ebenen daneben, da kann einem schon mal unwohl werden als Chef des Ladens.
Da wäre zum einen das parteitaktische Versagen, kurz vor einer Landtagswahl im Mittelständler-Ländle Baden-Württemberg mit voller Absicht die Wirtschaft gegen sich aufzubringen. Gerade erst hatten die Umfragen dem Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir etwas Rückenwind attestiert, da erbringen dessen Kollegen auch schon den Beweis dafür, dass ihnen ihre strukturelle Freihandelsskepsis doch näher ist als der Zugang deutscher Unternehmen zu internationalen Märkten.
Zum anderen ist es natürlich mehr als nur ein Schönheitsfehler, dass die Grünen nicht nur die Spezialinteressen französischer und polnischer Agrar-Freunde mit durchgesetzt haben – sondern auch noch die der europäischen Rechten. Dass ausgerechnet die Grünen sich so verhalten haben, die sonst bei jeder Gelegenheit und mit gutem Grund vor den Gefahren wackelnder Brandmauern warnen, ist ein Witz, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Denn wenn die Kommissionspräsidentin das Mercosur-Abkommen nun vorläufig in Kraft setzt, wozu es keine vernünftige Alternative gibt, werden die Rechts-außen-Parteien das natürlich umgehend nutzen, um die EU und ihre Institutionen zu diskreditieren – als abgehobenen Machtapparat, der sich über das vom Volk gewählte Parlament hinwegsetzt.
Sie riskieren Europas beste Chance, sich in dieser neuen geopolitischen Ordnung zu behaupten
Doch selbst dieser Punkt wird noch übertroffen von dem Schaden, den die Grünen auf dem für Europa derzeit wichtigsten Politikfeld überhaupt angerichtet haben: dem Ringen um eine größere wirtschaftliche und sicherheitspolitische Eigenständigkeit in einer Welt, in der Europa von Russland bedroht wird und gleichzeitig damit rechnen muss, von den Vereinigten Staaten fallengelassen zu werden. Auf neue Bündnisse, den eigenen Binnenmarkt und den freien Handel zu setzen, ist Europas beste Chance, sich in dieser neuen geopolitischen Ordnung zu behaupten. Sie aufs Spiel zu setzen, ist das Gegenteil von verantwortungsvoller Politik.
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dazu passend
und sehr schön auch:
„eine Allianz von extremen Rechten und Grünen schürt weiterhin Ängste.“
Und so haben sie übrwiegend auch abgestimmt.
Dahinter stecken bei den Grünen solche Reflexe wie der hier
letztlich eben
Markt und Freihandel? Das ist irgendwie kapitalistisch und ausbeuterisch, davon profitieren nur „die Konzerne“, da sind wir aber seeeeehr skeptisch, da schwant uns Übles … ![]()
Ist die Rinderhaltung in der EU nicht industriell?
Und was soll das überhaupt heißen?
Nur weil eine Farm größer ist und mehr Rinder hat, muss es den Rindern nicht schlechter gehen.
Vor wenigen Jahren wehte noch ein ganz anderer Wind:
Nun aber genug Ökogejammer, es geht hier um Wichtigeres.
Hier nochmal eine Begründung für den Gang zum EuGH.
Aus meiner Sicht wurde dabei der aktuelle globale Rahmen vergessen.
Cavazzini argumentiert hier mit ihrem handelspolitischen Tellerrand. So gesehen als Politiker nicht geeignet.
Wobei man bei Allem auch bedenken muss, daß die Grünen ja bestimmt keine Mehrheit im EP haben. D.h. es wäre mal interessant zu sehen, wieviele andere deutsche MEPs ebenfalls dafür gestimmt haben.
Und am Ende geht es ja nicht nur um die Grünen. Die interessieren außerhalb Deutschlands Keinen und auch die Brandmauer ist China, Russland und den USA egal.
Es bleibt ein weltweites Signal, daß Europa hier eine Chance, von den USA unabhängiger zu werden gerade in einer Zeit in der es wichtig wäre, riskiert.
Das soll nicht so sein, das ist einfach die Realität der Wirtschaften der beiden Länder. Es ist doch das Grundprinzip der Globalisierung (eigentlich der modernen Wirtschaft überhaupt), dass jeder das produziert, dass er am besten kann.
Und Deutschland hat (hatte?) ein sehr hohes Know How bei der Autoentwicklung und -Produktion, Argentinien hat riesige Weideflächen für Rinder. Eine Win-Win-Situation.
Eigentlich importiert man besser das, was man selbst nicht herstellen kann, oder?
Argentinien hat riesige Weideflächen für Rinder. Eine Win-Win-Situation.
„12.000 Rinder stehen bei CONECAR zur Endmast in sogenannten „Feedlots“: Das sind Außenställe, in denen viele Rinder auf engem Raum stehen und sich möglichst wenig bewegen, um viel zuzunehmen.“
Das hat mit Weidehaltung dann nicht mehr so viel zu tun.
2 Rinder pro Hektar soll ökologisch sinnvoll sein, oder eben regenerative farming.
Gibt es das in Argentinien?
Nun aber genug Ökogejammer, es geht hier um Wichtigeres.
Der Beitrag ist schon etwas in die Jahre gekommen. Seitdem wurden doch noch einige Ändrungen in das Abkommen eingebaut.
Und die Grundthese, dass die Agrarproduktion in Lateinamerika grundsätzlich weniger ökologisch sei, als in Europa, kann man hinterfragen.
kann man hinterfragen.
Das wäre mal interessant. Der Transport kommt natürlich immer noch on top.
Der Transport kommt natürlich immer noch on top.
Das ist so bei jeder Produktion, die nicht in deinem Garten stattfindet.
…aber mit unterschiedlichem Spritverbrauch je nach Entfernung und Transportmittel.
Für jedes Argentinische Rind, das ich nicht esse, kann ich eine Kreuzfahrt machen, wenn ich zusammen mit meinem Gepäck halb so viel wiege wie das Rind..
Kann man das so sagen oder habe ich mich verrechnet?
Transport mit großen Schiffen verursacht den geringsten spezifischen Energieverbrauch, auch über große Distanzen.
Seitdem wurden doch noch einige Ändrungen in das Abkommen eingebaut.
Hast du einen Überblick welche konkreten Änderungen die genannten Kritikpunkte adressieren?
Hast du einen Überblick welche konkreten Änderungen die genannten Kritikpunkte adressieren?
z.B. die Begrenzung der Rindfleischimporte.
Gegenfrage: was sind die Kritikpunkte an dem jetzt beschlossenen Abkommen?
Gibt es das in Argentinien?
Vielleicht, vielleicht auch nicht.
Aber gibt es das nennenswert in Europa?
Wenn nicht, ist es kein Argument.
Ich gehe aber mal davon aus, dass beengte Stallhaltung in Südamerika eher weniger vorkommt als in Europa.
Der Transport kommt natürlich immer noch on top.
Macht es mehr Sinn Unmengen Soja-Futter von Südamerika (oder USA) nach Europa zu schaffen, statt es gleich vor Ort zu verfüttern und dann das Fleisch nach Europa zu bringen?
Für jedes Argentinische Rind, das ich nicht esse, kann ich eine Kreuzfahrt machen, …
Glaubst du wirklich, dass es bei einem deutschen oder französischem Rind besser aussieht?
2 Rinder pro Hektar soll ökologisch sinnvoll sein, oder eben regenerative farming.
Gibt es das in Argentinien?
Ja.