Funktioniert ein Sozialstaat ohne Überproduktion - und ohne Überkonsum?

Soziale Teilhabe wird oft über Konsum definiert.

Staatliche Leistungen werden durch Steuergelder finanziert, die nur eingenommen werden, wenn mehr produziert wird als im eigenen Land verbraucht wird und Deutschland mehr exportiert als importiert.

Kann das ein Vorbild für alle Länder dieser Erde sein, mehr zu exportieren als zu importieren?

Würde unser eigener Sozialstaat zusammen brechen, wenn wir das nicht mehr täten?

Oder ginge es auch anders?

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Bist du ganz sicher?

Nein, deshalb frage ich ja:

Das Steueraufkommen hat nur zu geringem Teil mit Exporten zu tun.

Steuern werden auch auf Importe erhoben.

Die Aussage :

Ist in der Absolutheit nicht richtig.

Natürlich wäre es schwieriger, wenn die Wirtschaftsleistung durch weniger Exporte geringer wäre. Hat aber nichts mit Exportüberschuss zu tun.

Ist selbst ansatzweise nicht richtig. Ich verstehe überhaupt nicht, wie man auf diese Idee kommen kann.

Steuern werden auf Einkommen aller Art der Bundesbürger erhoben, ferner auf inländische Umsätze aller Art.

Das ist doch grundlegendes Allgemeinwissen.

Ich habe „ in der Absolutheit“ geschrieben, weil starke Exporte natürlich auch Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze und damit Steuereinnahmen und Sozialabgaben generieren. Wenn die gleiche Wirtschaftskraft durch heimischen Konsum generiert würde, würde es auf das Gleiche herauskommen.

Also ohne Überkonsum läuft nichts?

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Wer redet von Überkonsum?

Hier im Forum wird doch immer von den Vielen geschrieben, die sich nichts leisten können. Die haben noch Luft nach oben. Es gibt auch durchaus sinnvollen Konsum. Wenn sich Z. B. noch mehr Leute eine Solaranlage kaufen, ihren Verbrenner durch ein E-Auto ersetzen, usw.. Und dann gibt es noch viel bei Dienstleistungen.

Hast du irgendeinen Schimmer vom deutschen Steuersystem?

Und was bitte ist „Überkonsum“?

Überkonsum ist, wenn man mehr konsumiert als man benötigt.

Ja, es wird dann aber auch regelmäßig darauf geantwortet, dass dafür andere Menschen mehr konsumieren müssen, um Arbeitsplätze oder Unterstützung für diejenigen zu schaffen, die sich wenig leisten können.

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Und wer bestimmt, was man benötigt?

Das ist doch keine sinnvolle Definition, mit der man ökonomisch oder steuerrechtlich irgendetwas anfangen kann.

Aber zurück zum Kern:

Dieser Satz ist einfach grundfalsch. Es gibt bei uns keine Exportsteuer, und wenn es sie gäbe, würde sie neben den anderen Steuerarten eine untergeordnete Rolle spielen.

Damit könnten wir diesen Thread abschließen.

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Das Existenzminimum wird von der Bundesregierung festgelegt, richtig?

Nein, aber es gibt eine Einkommensteuer derjenigen Leute, die für den
Export produzieren. Können wir darauf verzichten?

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Der Außenbeitrag (Gesamtüberschuss Waren & Dienstleistungen) 2025 war 147,5 Milliarden Euro.

Ich meinte die Steuereinnahmen aus der Einkommensteuer der Leute, die für den Export und für den Überkonsum produzieren, oder der Leute, die mit den Produkten handeln, ob wir darauf verzichten können und trotzdem einen Sozialstaat aufrecht erhalten…

Ja, aber ohne Überkonsum, also für jeden ab jetzt nur noch das von der Regierung/Parlament festgelegte Existenzminimum.

Ernste Antwort: Um das zu beurteilen, brauchst du Zahlen. Ich habe dir eine wesentliche geliefert.

Ich halte eine ausgeglichene Leistungsbilanz für wünschenswert (das beinhaltet mehr als nur Waren). Aber das Leben ist kein Wunschkonzert und wir müssen unsere Sozialsysteme an die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft (BIP, Steueraufkommen, Leistungsbilanz) anpassen. Umgekehrt funktioniert das nicht. Das ist genau einer der immer wiederkehrenden Streitpunkte.

Früher war die Familie oder die Kirche für die Versorgung der Schwächsten zuständig, heute ist es die Wirtschaft?

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Ja, man hat das zum Glück und zu einem großen Teil auf eine breitere und weltanschaulich neutralere Basis gestellt,

Das betrachte ich auch als Vorteil, aber trotzdem habe ich den
Eindruck, dass die Menschen früher mit weniger ausgekommen sind, und dass es jetzt nur solange funktioniert wie alle immer mehr bekommen.

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Weil sie mussten. Weitere Ausführungen hängen davon ab, wann „früher“ genau war.

Ich kann mich ja nur bis in die 1960er Jahre zurück erinnern.
Wir hatten im Bad keine Steckdose, haben nur zwei Zimmer geheizt, und im Zählerschrank waren drei graue Schraubsicherungen. Das war normal und kein Zeichen für Armut.
Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl als ich die Elektrik in der Wohnung (sie hatte ca. 10 Jahre leer gestanden) neu gemacht habe und den fetten neuen Zählerschrank mit den vielen Stromkreisen gesehen habe. Da war ich richtig peinlich berührt, dass es nicht mehr üblich war, mit weniger Stromverbrauchern zu planen.