Ich trage den - vielleicht naiven Optimismus in mir drin - dass alle (oder zumindest viele) in diesem Forum, die Mitglieder sind, von der Basis aus bewegen können. Das war allerdings auch meine Hoffnung direkt als der Krieg ausbrach, dass sich die früher gefürchtete Grüne Basis für einen Weg zum Frieden mit Ausbruch des Krieges vom 24.02.2022 einsetzen würde.
Und noch in der aktuellen Sendung im öffentlich rechtlich Fernsehen, hier verlinkt ZDF Spezial: Krieg in der Ukraine / Was nun, Frau Baerbock? / Maybrit Illner Spezial - YouTube sprach Martin Fornoff, hier verlinkt der Wikipedia-Beitrag zu ihm Matthias Fornoff – Wikipedia, Annalena Baerbock journalistisch zielführend auf die pazifistische Tradition der Grünen an, um daraus eine Lösung zwischen der Außenministerin und dem Außenminister Lawrow zumindest weiter anzustrengen. Ich hatte demnach nicht die einzige Hoffnung auf die Grünen damals gesetzt, und Annalena Baerbock gab darauf eine für mich unbefriedigende Antwort.
Schaust Du auch nur einen Moment lang in den Beitrag hinein, siehst Du die pure Verzweiflung der Leute in der Ukraine zu Kriegsbeginn. Vielleicht sollte, wenn schon nicht die Parteispitze, die einst so gefürchtete Grüne Basis heute erkennen, dass die einsilbig auf Sanktionen und Waffenlieferungen festgelegte Politik Deutschlands ab dem Zeitpunkt bis heute falsch gewesen war. Und die BRD war damals Richtungsgeber. Das Ausland hatte lange auf Deutschland - als größte Macht innerhalb der EU geschaut, Scholz war in den ersten Tagen zögerlich und wurde von beiden Koalitionsparteien, von der FDP und sehr stark von den Grünen auch, unter Druck gesetzt - zudem noch besonders aus dem Ausland, wo man auf eine deutsche Führungsrolle gewartet hatte.
Die Führungsrolle der BRD hätte von Beginn an verantwortungsvoller auf die Gänze dieses Konfliktes ausgerichtet sein sollen. Es wäre aber noch nicht zu spät, Druck auf die Regierungsparteien im Bund zu machen, den Kurs (und das braucht nicht eine 180 Grad-Wendung zu werden) zu ändern.
Man kann ja wie @harmscar, und mein Parteikollege bei den Hammer Grünen, der damalige Kreisgeschäftsführer, war der gleichen Meinung, wir sind da nicht drin, dieser Meinung sein. Das heißt wir beschränken uns auf die militärische Unterstützung in Form von Waffen, Ausbildung, evtl. auch stillheimlich Logistik und den Krieg führen wir nicht , sondern die Ukraine, solange die es für richtig halten, sich völkerrechtlich legitimiert zu verteidigen.
Klar ist, das bleibt dann eine fragile Position, die für die Ukraine und natürlich für Russland jederzeit angreifbar sein wird und die Bevölkerung nicht gerade beruhigen kann, als eine - auch nicht ganz ungefährliche - aber doch für Russland und die Ukraine klare Position, die um politische Forderungen an den Kreml erweitert wäre. Damit könnte sowohl Russland, die Ukraine, als auch die einheimische Bevölkerung und auch die Bundeswehr etwas mit anfangen. Es würde sich dann lohnen, und es gäbe eine hohe Identifikation, diese Position auch mit militärischer Abschreckung zu verteidigen, und es wäre jederzeit ein klarer Ausweg für Russland in ein nachbestelltes Feld nach dem Krieg mit der Ukraine, zu Bedingungen, die final beide akzeptieren könnten, möglich, die Europa und darüber hinaus befrieden könnten.
Klar ist das erstmal kreativ und mit Fantasie - aber warum sollte man Fantasie gleich über Bord werfen. Stück für Stück kommt man der Fantasie näher, wenn man nur anfängt, zum Beispiel mit der Fraktion der Linken im Bundestag, die sicher bereit wären, einen gemeinsamen Antrag mit den Grünen hinsichtlich einer politisch/ militärischen Lösung zum Ukraine-Russland-Krieg (Konflikt) im Bundestag einzubringen. Dieser Antrag kann medial so viel auslösen, dass er die SPD und die CDU/ CSU Fraktionen im Bundestag hinter dem Ofen hervorlocken kann, denn die haben keine Lösung.
Eine Lösung ist besser aber, als keine Lösung und kann nach dem Stile der Politik des Augenmaßes immer wieder angepasst werden. Auch insoweit haben wir, wenn wir es wollen, gegenüber Putin den längeren Hebel.