Dr Happy Planet Index: "Neues Länderranking zu ECHTEM Wohlstand" ?!

Der Happy Planet Index erstellt ein Ranking der Staaten nach den Kriterien

  • Lebenserwartung
  • subjektive Zufriedenheit
  • Größe des ökologischen Fußabdrucks.

D.h. das BIP und ähnliche wirtschaftliche Kennzahlen spielen keine unmittelbare Rolle.

Und man staunt: Deutschland hat sich seit 2007 von Platz 46 auf Platz 16 verbessert!!
Obwohl hier doch seit 10 Jahren der Untergang heraufbeschworen wird.

Und dabei spielt die Zufriedenheit der Bevölkerung eine große Rolle.
Wie kann das sein?

Den HPI habe ich erst heute hier kennengelernt

hier der report und die Daten

Übrigens: die USA liegen auf Platz 105 (oder 102? die Angaben sind widersprüchlich, ist aber egal)

Der Unterschied liegt im ecological footprint, die anderen Paramter sind sehr ähnlich wie bei uns.

Spanien ist Platz 1 der EU-Staaten, Platz 4 weltweit.

Die Lebenserwartung ist höher, aber die Zufriedenheit geringer.

Der Index berücksichtigt nicht die Menschenrechtssituation, was bei Spanien aber nicht relevant sein dürfte.

Kritisch finde ich, dass zB die Verschuldung nicht berücksichtigt wird.
Spanien: 100,7 % des BIP
Deutschland: 63 %

Und ich würde mittlerweile auch die militärische Sicherheit berücksichtigen.
Costa Rica ist auf Platz 1, es hat lt. Wikipedia seit 1948 keine Armee mehr und steckt das Geld in Bildung und Soziales und große Teile stehen unter Naturschutz.
Ich kenne die Verhältnisse da nicht, aber was ist, wenn ein Nachbarstaat morgen beschließt, dass ihm Costa Rica wirklich seeeehr gut gefällt?
Andererseits: es ist knapp 80 Jahre gutgegangen …

Aber die Sache hat einen Haken:>

Am 1. Juli 2010 genehmigte das Parlament Costa Ricas auf Antrag der Präsidentin des Landes, Laura Chinchilla, die Stationierung von bis zu 46 Kriegsschiffen und 7000 Soldaten der USA in Costa Rica. Diese sollen den von Kolumbien ausgehenden Drogenschmuggel bekämpfen.

Bzw zwei:

Das Auswärtige Amt warnt vor Kriminalität, insbesondere Gewaltkriminalität in San José (dort insbesondere in der Umgebung der Busbahnhöfe) sowie zwischen Jacó und Quepos, an den Stränden in der Provinz Guanacaste am Pazifik und u. a. in Cahuita und Puerto Viejo südlich von Limón. Auch vor Entführungen wird gewarnt.[94]

Zwischen 2012 und 2022 stieg die Mordrate in Costa Rica um 66,5 % an.[95] Die Morde stehen mehrheitlich im Zusammenhang mit der Drogenkriminalität.[96][97][98]

Ist so ein Index sinnvoll?

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Man müsste Trump mal einen Tipp geben. Haben die auch Erdöl? :wink:

Ich bin bei Rankinglisten immer skeptisch. Die Platzierung allein sagt nicht alles aus, der Punkteabstand zwischen den Plätzen ist auch entscheiden.

Wenn z.B. der Abstand zwischen dem 1. und dem 10. sehr gering ist und innerhalb der statistischen Unschärfe liegt, sagt diese Reihenfolge gar nichts aus.

Die Entwicklung die Deutschland zeigt, ist aber ermutigend.

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ja, ich war geradezu fassungslos.
Nicht nur die Lage, sondern auch die Stimmung scheint besser zu sein als ich dachte.
Aber trotzdem wird von rechtsaußen und linksaußen mit Erfolg Politik mit Untergangsszenarien gemacht.
was ist los??

Frag doch mal die Teilnehmer hier, die das Gesundheitssystem als das größte Problem ansehen und behaupten der Sozialstaat würde demontiert.

Das ist genau die Art von Stimmungsmache, die bei vielen Menschen zu links- und rechtsextremen Wahlverhalten führt. Warum wird das gemacht? Ist das Absicht oder nur Fahrlässigkeit?

Es ist nicht das größte Problem, es ist keine „Demontage“, aber es ist ein Problem, und es ist spürbar, teilweise hart, und teilweise sehr dumm.

Du unterstellst eine Kausalität, die nicht gerechtfertigt ist. Die Frage, die du immer stellst: Quellen?

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Ich habe zwar nicht behauptet, dass der Sozialstaat demontiert würde, kann aber einen Beitrag zum Gesundheitssystem verlinken:

„Mit Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 2027 werden die Leistungen für GKV-Versicherte auf das Maß des zur Verfügung gestellten, reduzierten Budgets der niedergelassenen Ärzte angepasst werden. Das wird sich wiederum in einer Reduzierung von Sprechstundenterminen und ärztlichen Leistungen bemerkbar machen und betrifft lediglich gesetzlich versicherte Patienten, nicht Privatpatienten.“ Infos für Selbstzahler zum BstabG - HNO Kiel-Wik

Möglicherweise befürchten sie, die Selbstzahlungen nicht leisten zu können und dadurch ab 1.1.27 abgehängt zu werden?

ja, das ist wohl ein Einschnitt. Das Leben wird schwerer, nicht leichter und besser.
Es muss aber möglich sein, dass es auch mal einen Schritt zurückgeht, ohne dass der Staat grds. in Frage gestellt wird.
das heutige Niveau des Sozialstaats ist nicht identisch mit dem Existenzminimum.
In den 1970 er und 1960er Jahren haben die Leute auch gelebt, und das Niveau war deutlich niedriger, in fast jeder Hinsicht.
Nicht jede Absenkung des heutigen Niveaus ist ein Menschenrechtsverstoß und Grund zum Aufstand.
Wir sind an einem Punkt, wo es erstmal nicht mehr auf breiter Front weiter aufwärts geht.
Das muss niemand gut finden, aber deswegen die Extremen zu wählen, ist sehr kurzsichtig und dumm und nicht zu rechtfertigen.

Nein, die Krankheit ist das Problem. Unser Gesundheitssystem hilft in sehr vielen Fällen, aber eben nicht in allen Fällen. Das hängt auch mit den Grenzen der Medizin zusammen. Es gibt sicher auch Fälle, in denen etwas im System schief läuft, ein perfektes System ist aber nicht möglich, bzw. nicht bezahlbar.

Ich halte sie für gerechtfertigt, weil es genügend Studien gibt, die das nahelegen. Als Beispiel sei das hier genannt: Krisenmodus – Wählen Menschen die AfD aus Protest oder aus Angst?

Zitat daraus:

Wir wissen, dass in unseren neoliberalen, von sozialer Ungleichheit und unzulänglichen Sicherheitsnetzen geprägten Gesellschaften Status- und Abstiegsängste real und in allen sozialen Schichten verbreitet sind. Dass sie durch die aktuelle Lage noch verstärkt werden, ist selbsterklärend. Wir wissen auch, dass Menschen als Reaktion auf die tatsächliche oder drohende Verschlechterung ihrer Umstände relative Deprivation erleben. Das bedeutet ein Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, nicht das zu bekommen, was einem zusteht, und daraus resultiert Wut und die Forderung nach politischer Veränderung – die Frage ist nur, welcher Art.

Autor: * Dr. Lea Hartwich FB 08 – Humanwissenschaften, Institut für Psychologie, Uni Osnabrück. Hervorhebung von mir.

Daraus leite ich ab, dass dieses ständige Betonen von tatsächlichen oder vermuteten Ungerechtigkeiten im System, diese undifferenzierten Übertreibungen und diese verbale Aufrüstung weitere Wähler zu den extremen Rändern treibt.

Krankheiten sind nicht einfach nur da, vom Himmel gefallen. Entstehung und Verlauf sind eingebettet in die Lebenssituation der Menschen. Von der Welt über Europa nach Deutschland:

Deutschland hat innerhalb der OECD ein besonders teures Gesundheitssystem mit bestenfalls mittleren Ergebnissen. Hat mit „perfekt“ also nichts zu tun. Und ich finde, der Vergleich mit anderen OECD Ländern ist ein guter Maßstab.

Relative Deprivation: ja, kenne ich. Da hast du auch einen guten Ausschnitt gefunden. Hast du auch den Anfang des Zitats gelesen, den du nicht markiert hast?

Ich denke, „undifferenzierte Übertreibung“ und „verbale Aufrüstung“ kann man mir nicht vorwerfen.
Es treibt auch Wähler zum rechten Rand, wenn berechtigte, dringende Anliegen von denen, die mehr Einfluss auf die Politik haben oder so wahrgenommen werden, einfach flapsig weggewischt werden. Leute sind beim Thema Gesundheit ziemlich empfindlich, und das ist nachvollziehbar.

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Was willst du damit sagen? Was heißt „eingebettet“? Was hat das mit des Diskussion zu tun?

Ja, weil Medikamente und Dienstleistungen bei uns sehr teuer sind, weil wir uns den Luxus von vielen Vorhalte-Krankenbetten leisten usw.

Deutschland hat eines der leistungsfähigsten Gesundheitssysteme der Welt. Dass sich das nicht in der Lebenserwartung widerspiegelt, liegt u.a. in einer schlechteren Prävention und dem Lebensstil. Prävention ist aber auch Verantwortung jedes Einzelnen.

Ja, aber die Diskussion, ob soziale Gleichheit zu erreichen ist, wollte ich nicht schon wieder führen. Fakt ist, wir haben sie nicht, die Menschen sind heute nicht ärmer als in meiner Jugend, im Gegenteil, trotzdem wählen viele AfD und die Linke. Weil letztere ihnen einreden, uns würde es besser gehen, wenn wir weniger Milliardäre hätten.

Und unser System als neoliberal zu bezeichnen ist gewagt.

Hier ein wie ich finde informatives Video über den „Wohlstand der Nationen“.

Es zeigt, daß sowohl BSP als BSP pro Kopf fragwürdige Aussagen ergeben. Und wie z.B. die Einkommensverteilung hineinspielt.
Am schlimmsten finde ich fast die Leute, die erklären, daß es Deuschland und damit den Deutschen gut geht, weil wir die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt sind.Entweder sie haben wirklich keine Ahnung oder sie wollen die Leute verarschen.

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Es ist sicher falsch, Wohlstand ausschließlichh auf das Materielle zu reduzieren. Genauso falsch ist es aber, zu behaupten, der materielle Wohlstand spiele keine wichtige Rolle. Auch damit kann man Leute verarschen.

darum ging s nicht bei dem Video.
Sondern darum, dass Du nicht reicher wirst, wenn ich eine Milliarde verdiene und den Durchschnitt anhebe.
Dieser Effekt entwertet die pro-Kopf-Aussagen zur finanziellen Situation in einem Land.
Der Median ist aussagekräftiger.

beides ist richtig.
Ich habe zunehmend das Gefühl, die bloße Existenz irgendeines x-beliebigen Missstandes treibt die Wähler zu den Extremen.
Oder auch die bloße Existenz einer Regierung.

Wir haben mittlerweile eine öffentliche Meinung, in der Lob oder Zustimmung praktisch nicht mehr vorkommen.

Beispiel: Merz besetzt einige Posten neu?
„Aha, er gibt also zu, dass er sie bis jetzt falsch besetzt hat!“ (so sinngemäß die SZ)
Oder auch: „ja, dafür hat er Zeit und Energie, aber alles andere lässt er schleifen“ (ich glaube das war die taz).
Du kannst praktisch nichts mehr richtig machen.
Alles ist falsch.
Aber anderes Thema, sorry

Ich habe auf den Kommentar von @Harno geantwortet.