Der gesunde Menschenverstand

Der Untertitel des empfohlenen Buchs drückt ziemlich gut und prägnant aus, was ich bei Kahnemann so gefunden habe:

  • Menschen überschätzen systematisch ihre Urteilsfähigkeit
  • Demut gegenüber der eigenen Intuition

Das gilt natürlich für Politikerinnen, Medien und Wählerinnen gleichermaßen.

In der politischen Praxis ist das – freundlich formuliert – eher unüblich.
Ein Politiker, der öffentlich sagt: „Ich weiß es nicht genau, wir brauchen mehr Daten“ gewinnt selten Wahlen.

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Das gilt auch ganz besonders im Umgang mit großen Zahlen, also Statistik und Wahrscheinlichkeiten. Dazu hätte ich noch eine Buchempfehlung:

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Da gibt es auch die Kunst des klaren Denkens und die Kunst des klugen Handelns.
Auch spannend.

Das ist der Knackpunkt.
Der Wunsch der Mehrheit nach Eindeutigkeit und Führung ist stärker als die Angst, aufgrund unzulässiger Simplifizierung einen Fehler zu machen.
Und das gilt m.E. für alle Parteien, auch die Grünen und sonstige „Progressive“.
Bei denen muss man statt „Eindeutigkeit“ aber eher „moralische Klarheit“ sagen.

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Heutzutage überkomplex.

Danke, Gigerenzer ist immer eine gute Lektüre. Ich habe ihn vor ein paar Wochen ‚live‘ gehört… auch sehr angenehm.
Ergänzende Leseempfehlung zum Kontext: ‚Factfulness‘ von Hans Rosling: Kapitel um Kapitel gegen unsere ‚Instinkte‘.

p.s.
wenn wir so weiter machen, sollten wir einen Lesezirkel gründen :roll_eyes: :face_with_raised_eyebrow: :thinking:

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Mir ist das auch in meinem Berufsleben aufgefallen. Gemeinsam entscheiden wollen die meisten nicht, aber sie wollen, dass man ihre Befindlichkeiten berücksichtigt.

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Bedeutet genau was für Dich?
Dass der „gesunde Menschenverstand“ eine Simplifizierung ist, die - vor allem Fälle, die aus grauer Vor-/Steinzeit stammen - allesamt falsch sind und es daher - wie schon oben erwähnt - der „gesunden Menschenverstand“ gar nicht gibt?
Ich persönlich würde dem durchaus zustimmen…

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Es gibt in unserem Instinkt-Verhalten Muster, die so alt sind, Fluchtreflexe z.B. Aber im Zusammenhang mit dem gesMV spielen wohl eher gelernte (antrainierte) Denkmuster eine Rolle, die in der Kindheit und Jugend geprägt wurden. (Mit „denken“ meine ich nicht nur das bewusste, von dem Verstand, soweit vorhanden, gesteuerte Denken.)

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So sah das auch Albert Einstein:

Albert Einstein deklamiert ebenso kritisch wie lakonisch: „Der gesunde Menschenverstand ist die Summe aller Vorurteile, die sich bis zum 18. Lebensjahr im Bewusstsein festgesetzt haben““.Quelle: Gesunder Menschenverstand – Wikipedia

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