Das Märchen vom Fachkräftemangel... Eigentlich ist es eine Fairnesskrise!

Na toll,
wieder den schlechtesten Fall rausgesucht.

Wieviel Flüchtlinge sind junge Männer im Erwerbsalter?
Die kann man ja erst mal in Beschäftigung bringen.

Und überhaupt. Lieber den Steuerzahler schröpfen als die Leute das arbeiten zu lassen was sie können. Sollen lieber herumhängen, sich langweilen und auf dumme Gedanken kommen.
Tolle Einstellung.
Hauptsache der „böse Arbeitgeber“ profitiert nicht. Wenn er denn profitiert.
Und wenn die Leute Sozialversicherung und Steuern bezahlen, profitiert auch die Gesellschaft.
Wer sagt das die zu gering bezahlt werden? Mindestlohn ist eben für unqualifizierte Arbeit als untere Linie vorgegeben. Den Rest macht der Arbeitsmarkt.
Noch mal. wer sagt denn dass die Leute Mindestlohn bekommen sollen?

Es geht darum, dass Arbeitskräfte fehlen.
Darunter leiden viele Zukunftsprojekte wie z.B. die Energiewende.

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Ist lange her bei mir, aber IIRC war die standesamtliche Heirat nicht teuer. Dann wäre wenigstens die Mutter mit drin.

Ich habe 2015/16 mit 40 Sudanesen im Alter von 22-45 gearbeitet (ehrenamtlich). Bis auf 5 davon wären alle hervorragend geeignet gewesen, PV-Panels aufs Dach zu schleppen oder sowas. Aber sie durften halt nicht.

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Das muss eben geändert werden.
Wenn sie dann doch wieder gehen müssen, bekommen sie ihre Zahlungen in die Rentenversicherung wieder zurück. Ist doch okay.

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Was mir grad noch einfällt: lustigerweise wollten bis auf die drei Akademiker alle Automechaniker werden und mehrere waren das schon im Sudan (was immer das dort bedeuten mag).

Die hätten die panels also nicht nur schleppen, sondern nach 10 Minuten Einweisung auch montieren können. Dann bräuchte man nur zwei Elektriker: einer schaut ihnen auf die Finger und der andere macht die Anschlüsse,

Genau das ist der Ansatz.
Betreutes Einarbeiten.
Nach rel. kurzer Zeit können viele Tätigkeiten selbstständig gemacht werden.
Dann kommt die „Fachkraft“ macht die schwierigen und sensiblen Sachen und macht die Qualitätskontrolle.

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Sorry, aber das ist doch BS. Ein Alleinstehender in Vollzeit bei Mindestlohn kriegt keinen cent Aufstockung. Und sehr wahrscheinlich reicht es noch nicht mal für Wohngeld.
„Geld zum Überleben“ ist Hartz4, nicht Mindestlohn.

… das hat lange Tradition: mein 1. Chemie-Semester (1977) begann mit rd. 100 Leuten (ohne NC!) … mit der Ansage ab Sem. 4 gibt es nur Platz für 40…
Ist/war das eine besondere Form von ‚(Sozial-)Darwinismus‘?
Eine nachgelagerte Selektion, weil nicht mehr nur 10-15% eines Schülerjahrgangs zum Abi kamen?
Ausdruck miserabler Vorbereitung durch die Schulen?
Vorgelagerte Kapazitätsanpassung für den Arbeitsmarkt? Damals wurde ‚Durchhalten‘ zumindest in der Chemie weitgehend mit relativ sicheren und passabel bezahlten Jobs belohnt.

Heute kommt ja verschärfend hinzu, dass man die Schulabsolventen insofern belügt, als man ihnen (zumindest zu Beginn der Umstellung à la Bologna) erzählt (hat), der Bachelor sei ein berufsqualifizierender Abschluss, was zumindest bei MINT einfach nicht stimmt.

Für die standesamtliche Heirat in Deutschland benötigt man gültige Nationalpässe, Geburtsurkunden mit Apostillen und Ehefähigkeitszeugnisse. Und das alles mit beglaubigter Übersetzung. Selbst wenn man all diese Urkunden aus der Heimat beschaffen kann, braucht es meist ein ganzes Jahr um alle Stempel und Beglaubigungen zusammenzuhaben. Und es kostet viel Geld. In vielen Herkunftsländern ist die Ausstellung von Geburtsurkunden nicht üblich, daher existiert keine und man muss sie sich im Herkunftsland persönlich beschaffen - sehr kompliziert alles. Als Ausländer in Deutschland zu heiraten ist echt eine große bürokratische Herausforderung.

Zu den Sudanesen: In der Zwischenzeit ist es sehr viel einfacher eine Arbeitserlaubnis zu erhalten. Bei meinen alleinstehenden männlichen Klienten habe ich mitbekommen, das sie zu Hungerlöhnen massiv ausgebeutet werden. Entweder mit Verträgen, bei denen sie flexibel auf Abruf Tag und Nacht zur Verfügung stehen müssen und nur eine geringe garantierte Mindestarbeitszeit im Vertrag haben. Oder bei Reinigung nach Zimmer und nicht nach Stunden bezahlt werden. Oder in der Gastronomie oder bei Zustellungsunternehmen Pausen und „Vorbereitungezeiten“ abgezogen bekommen, die sie nicht haben und somit 10 statt 8 Stunden arbeiten. Bei allem kommt dann monatlich zwischen 1200 bis 1500 Euro Netto raus und wenn die Familie nachzieht, ist sie von solchen Jobs nicht zu ernähren.

hmmm - also „meine“ jungen Männer im Erwerbsalter haben fast alle zu katastrophalen Bedingungen (s.u.) in ungelernten Jobs gearbeitet. Bei den extrem hohen Mieten, Fahrtkosten blieb unterm Strich nicht viel übrig.

Mir hat ein deutscher Frisör gesagt, der einen Flüchtling als „Hilfskraft“ einstellte, der in seiner Heimat Frisör gewesen war: „Warum soll ich ihn ausbilden? Jetzt habe ich einen Frisör zum Mindestlohn, wenn ich ihn ausbilde, muss ich Tarif zahlen.“

Dafür gibt es ja die Aufstockung.
Aber Arbeiten sollten sie trotzdem.

Die Frage ist , was ist katastrophal.
Wenn man z. B. bei einem Heizungsbauer arbeitet, sind die Bedingungen bestimmt nicht katastrophal.

Und das am Ende nicht viel übrig bleibt, entbindet nicht davor sich erst mal selbst um den Lebensunterhalt zu kümmern. Im Bedarfsfall gibt es ja auch noch die Aufstockung.

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Wenn man die Fahrtkosten zum Arbeitsplatz, ggf. Kantinenessen, Reinigungskosten für Arbeitskleidung (die der Arbeitgeber einbehält), GEZ Gebühren und weitere Vergünstigungen für Hilfsbedürftige abzieht, bleiben im Monat meist nur ein Plus von 50 - 100 Euro.

Verträge, bei denen sie flexibel auf Abruf Tag und Nacht zur Verfügung stehen müssen und nur eine geringe garantierte Mindestarbeitszeit im Vertrag haben. Oder bei Reinigung nach Zimmer und nicht nach Stunden bezahlt werden. Oder in der Gastronomie oder bei Zustellungsunternehmen Pausen und „Vorbereitungezeiten“ abgezogen bekommen, die sie nicht haben und somit 10 statt 8 Stunden arbeiten.
Oder Pizzadienst, bei dem der Arbeitgeber für jeden Auftrag 1 Euro „Trinkgeld“ einkassiert.
Oder arbeitgeber, die den Lohn einfach nicht zahlen und nicht zur Sozialversicherung anmelden
und und und - die Liste ist lang.
Bei allem kommt dann monatlich zwischen 1200 bis 1500 Euro Netto raus

Ich glaube, es ist eine neue Idee vonnöten un das Problem mit den zu niedrigen Löhnen in den Griff zu bekommen.

Natürlich ist dier Mindestlohn derzeit für Fachkräfte viel zu niedrig wir brauchen einen Fachkräfte Mindestlohn. Und der normale Mindestlohn ist auch zu niedrig. Beides muss höher werden.

Es gibt aber noch einen Lösungsansatz der gleichzeig angenwendet werden muss: Wie einige hier durchaus korrekt wiedergeben gibt es noch das Problem dass die Sozialabgaben für niedrige Löhne derzeit zu hoch sind.

Wir brauchen genau wie bei den Steuern es schon so ist, einen Einkommensabhänigen Tarif für die Sozialversicherung .

Also weniger Prozente für Geringverdiener.(darunter verstehe ich Mindestlohnbezieher, kein 450 bzw. 500 Euro Job! diese haben ja nur den Pauschbetrag)

Und mehr Prozente für Spitzenverdiener. Es kann nicht sein, dass man Geld vom Amt braucht wenn man arbeiten geht!! Das ist Subventionierung von Dumpinglöhnen.

Und die Beitragsbemessungsgrenze muss weg. Diese schont nur reiche Leute und verhindert, dass diese angemessen an der Gesellschaft beteilligt werden. So bleibt trotzdem genügend Geld im
Sozialsystem.

Dann braucht auch kein Arbeitgeber mehr über zu hohe Lohnnebenkosten zu meckern. Denn so muss der Mindestlohn nur um die Differenz des Wohngeldes, dass dann entfallen kann, erhöht werden, die nach den Sozialabgaben übrig bleibt.

Die Ersparnis der Sozialversicherung der Spitzenverdiener fehlt den bedürftigen und sorgt dafür, dass dessen Abgaben viel zu hoch sind um das System mittragen zu können.

Der Steuerzahler subventioniert daher im Moment diese Dumpinglöhne und die Lücke der Geringverdiener via Wohngeld was die Geringverdiener an Abgaben leisten. Absurder gehts nicht..Da kommt dann noch die Nachteile Armer leute durch hohe Mieten hinzu.

Ok, meine Idee mit der Heirat war dann wohl etwas zu naiv. Wieder mal die deutsche Bürokratie unterschätzt.

Das Wort „Hungerlohn“ finde ich an dieser Stelle äußerst unpassend. Was ist dann Hartz4?

Stimmt. Aber es gibt afaik kein Grundrecht, als Alleinverdiener eine 10-köpfige Familie ernähren zu können.

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Da werden aber schon die Kinder so früh wie möglich zur Arbeit herangezogen.

Das sollte aber durchaus ein Grundrecht sein. Es könnte ja sein, dass die Frau vielleicht gar nicht arbeiten kann. (oder der Mann, wie auch immer)

Auch wenn ich das Klassische Bild des Alleinernäher- Famillie für veraltet halte…

Also katastrophal ist relativ.
Wenn jemand pro Zimmer und nicht pro Stunde bezahlt wird, ist das noch lange nicht katastrophal. Kommt eben darauf an, was pro Zimmer bezahlt wird.

Es gibt auch kein Recht auf bedingungslosen Unterhalt vom Staat solange man selbst (ggf. teilweise) dafür sorgen kann.
Solange jemand für seinen Unterhalt arbeiten kann, soll das auch eingefordert werden.

Und du tust immer so, als ob alle Firmen, die Hilfsarbeiterjobs anbieten Ausbeuter wären.

Die Leute können sich, wenn sie Erfahrung und Können aufgebaut haben, wahrscheinlich die Firmen aussuchen. Angeblich fehlen ja überall Leute.

Na ja, oft ist das so. Dummerweise ist gerade der Niedriglohnsektor besonders von Ausbeutung betroffen. Lange Arbeitszeiten, komische Arbeitszeiten,

Hast Du diese Aussage mal überprüft? Es würde mich wirklich sehr wundern, wenn der Tarif im Friseurhandwerk mehr als der aktuelle Mindestlohn wäre.

ich frage mich immer, warum die Leute solche katastrophalen Jobs machen.
Sowas macht man doch nur, wenn es anderswo noch schlechter ist.
D.h. im Vergleich zu den Zuständen im Heimatland/Ursprungsland muss das hier besser sein.
Dieselbe Frage habe ich mir bei der WM in Qatar gestellt: warum gehen die Arbeiter aus Nepal usw nicht alle heim?
Das ist kein schönes Argument (und vielleicht ist es gar kein Argument), aber für die Gesamtbetrachtung vielleicht doch ein Faktor.

Andererseits:

Die Kräfteverhältnisse zwischen AN und AG werden sich ändern.
Wir werden über kurz oder lang jeden brauchen, der gerade gehen und lesen und schreiben kann, und die Löhne werden steigen.
Hoffentlich bleiben wir trotzdem international wettbewerbsfähig.
Ein „gerechter“ Lohn in einem Arbeitsvertrag mit einem insolventen Unternehmen hilft auch niemandem. Dann lieber steuerlich subventionierte Niedriglöhne und erfolgreiche Unternehmen.
Das wirkt zwar auf den ersten Blick bescheuert, aber vielleicht geht es nicht anders …
Wir können keine Mindestlöhne in China oder im Senegal festsetzen.